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Elle Kennedy - The Deal

Nach dem Suizid ihres an Krebs erkrankten Mannes bleibt Marlene mit einem Berg aus Wut, Einsamkeit und Sprachlosigkeit zurück. Trauer empfindet sie kaum, stattdessen hadert sie mit dem Verrat an ihrem gemeinsamen Plan, zusammen zu gehen. Ihr Alltag scheint stillzustehen – bis Jack, ein ehemaliger Schüler und inzwischen Klempner, unvermittelt wieder in ihr Leben tritt. Mit seiner unkomplizierten Art, seinem guten Essen und seiner Hartnäckigkeit bringt er Bewegung in Marlenes festgefahrene Welt. Unterstützung erhält sie außerdem von Ida, ihrer neuen Ärztin, die ebenfalls mehr und mehr eine wichtige Rolle spielt.

Als schließlich bei einer Freundin in Wien ein Brief ihres Mannes auftaucht, machen sich Marlene, Jack und Ida auf eine Reise, die Antworten verspricht – und vielleicht auch einen neuen Anfang.

Mit viel Feingefühl, leiser Komik und ohne jede Beschönigung erzählt Susann Pásztor eine Geschichte über Verlust, Wut, Nähe und die vorsichtigen Schritte ins Leben zurück. Ein Buch, das berührt, zum Nachdenken anregt und zeigt: Weitergehen ist möglich – wenn auch anders als gedacht.

Ein empfehlenswerter Roman für alle, die nach Geschichten über Trauer, Hoffnung und Neuanfang suchen.

Alexandra Gale - Her Last Life

In dem spannenden Jugendroman Her Last Life gerät die Hauptfigur Lil völlig unerwartet in eine fremde, gefährliche Welt – in ein Computerspiel. Doch anders als in einem normalen Game gibt es hier keine zweite Chance: Jeder Fehler kann tödlich sein. Um zu überleben, muss Lil schwierige Aufgaben lösen, gefährliche Orte durchqueren und sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen.

Auf ihrem Weg ist sie nicht allein. Sie trifft auf andere Figuren, mit denen sie zusammenarbeiten muss, obwohl Vertrauen in dieser Welt alles andere als selbstverständlich ist. Besonders interessant ist dabei die Rolle der künstlichen Intelligenz Shay, die mehr ist als nur ein Programm und wichtige Fragen über Menschlichkeit und Verantwortung aufwirft.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre: unterschwellige Bedrohung, viele emotionale Zwischentöne und immer wieder Momente, in denen man seine eigenen Vermutungen infrage stellt. Die Geschichte spielt gekonnt mit Erinnerung, Trauma und der Frage, wie gut wir die Menschen wirklich kennen, die uns am nächsten stehen.

Her Last Life eignet sich besonders für Leser*innen, die Abenteuer, Fantasy und digitale Welten mögen und gerne in rasante Geschichten eintauchen.

Sara Gmuer - Achtzehnter Stock

Die junge alleinerziehende Wanda hat sich ihr Leben eigentlich ganz anders vorgestellt. Sie wollte als Schauspielerin durchstarten, stattdessen sitzt sie mit ihrer Tochter Karlie mit Mietschulden im 18. Stock eines Berliner Plattenbaus fest und versucht sich irgendwie über Wasser zu halten. Keiner glaubt, dass sie es da raus schaffen kann. Doch als ihr eine große Rolle in einer Serie winkt und das Glück zum Greifen nah liegt, scheint es doch noch eine Möglichkeit für Wanda zu geben, ihren Traum zu verwirklichen. Aber sie muss Kind und Karriere unter einen Hut bringen, lernt die Schattenseiten des glamourösen Showbiz kennen, hat gegen alle möglichen Vorurteile zu kämpfen und muss nebenbei auch noch ihre Gefühle für Schauspielkollege Adam sortieren. Letztendlich muss Wanda entscheiden, was ihr wirklich wichtig ist.

"Achtzehnter Stock" hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Dass die Hauptfigur aus einem Milieu stammt, dass sonst eher selten im Fokus steht, fand ich sehr interessant. Wandas Spagat zwischen Selbstverwirklichung und aufopferungsvoller Liebe zu ihrer Tochter ist gut nachvollziehbar, sodass man von Beginn an mit ihr mitfühlen kann. Viele unterhaltsame Dialoge und flotte Sprüche haben mich zum Lachen gebracht, die gesellschaftskritischen Töne stimmten mich oft nachdenklich und einige überraschende Wendungen hielten die Spannung aufrecht. Wer gerne Geschichten mit etwas kantigen Protagonisten mag, wird dieses Buch sicher lieben.

Waldi Lehnertz - Mord am Schätztag

Wenn ein Antiquitäten-Experte zum Ermittler wird, ist der Tatort nicht weit vom Trödel entfernt: Waldi Lehnertz, bekannt aus „Bares für Rares“, bringt mit dem zweiten Band der „Siggi Malich“-Reihe (Band 1: Mord im Antiquitätenladen) nicht nur wieder ein skurriles Verbrechen aufs Tapet, sondern auch wieder eine große Portion rheinischen Humor.

Schätztag auf dem Gelände von Siggis Antiquitätenladen: Ausgerechnet heute entdeckt dieser eine Leiche im Trevi-Brunnen – natürlich nicht dem echten. Der Mann wurde offensichtlich von einer der Säulen erschlagen und sieht Siggi verdächtig ähnlich. Galt der Mordanschlag etwa ihm? Zwischen urigen Dorforiginalen, antikem Plunder und dem ein oder anderen Kölsch stolpert der unfreiwillige Hobbydetektiv in diesen Mordfall, der so schräg wie sympathisch erzählt ist. Die Dialoge sind unterhaltsam, die Figuren sind herrlich überzeichnet, und die Spannung bleibt trotz aller Heiterkeit nicht auf der Strecke.

Ob Krimi oder Klamauk? Beides! Und gerade das macht den Charme dieses Buches aus. Sicher keine hochtrabende Weltliteratur aber unterhaltsame Herbst-Lektüre mit augenzwinkerndem Krimi-Flair – ideal für Fans von Humor mit Lokalkolorit und Cozy-Crime.